[Werbung / unbezahlt] Fashion Shows gibt's ja schon fast wie Sand am Meer. Von den Fashion Weeks mal abgesehen, tummeln sich in den Großstädten an jedem Tag eine Vielzahl von Events, Happenings und Präsentationen. 


Gerade Fashion Weeks sind dabei oft eine ziemlich uniforme Erscheinung. Natürlich gibt es immer eine Auswahl an abwechslungsreichen Events und Aktivitäten, aber ziemlich häufig hat das Ganze einen steifen Charakter, oder ist einseitig und die Besucher merkwürdig unkommunikativ. 

Vor allem Events für Blogger können einen das zwischenmenschliche Gruseln lehren. Was äußerlich als Plattform zum Netzwerken und kennenlernen auftritt, ist in Wahrheit das reinste Schaulaufen der Großen, Größeren und Möchtegerns. 

Wenn wir zu solchen Events gehen, hoffen wir immer ehrlich darauf uns mit anderen Gleichgesinnten austauschen zu können. Wir mögen nix lieber, als neue Kontakte zu knüpfen. Und sei es nur für einen kurzen Plausch. Ist doch herrlich, in schöner Kulisse mit ein paar Drinks den eigenen Horizont zu erweitern. 

Doch die traurige Realität sieht leider anders aus: alles steht in Gruppen beieinander. Wer sich schon kennt, begrüßt sich natürlich. Bussi links, Bussi rechts (aber ohne Berühren natürlich - Make Up in Danger), und man tauscht die neuesten Oberflächlichkeiten aus. Wer neu dazu kommt, wird gescannt, geprüft und bewertet. Ist man noch ein Unbekannter, hat möglicherweise nicht genug Follower, oder leidet an einem anderen social-media-basierten Makel, kann man sich getrost auch gleich wieder vom Event entfernen. Denn was der Bauer nicht kennt, frisst er bekanntlich auch nicht. Ups, hab ich Bauer geschrieben? Das muss natürlich Blogger heißen. 

Unter der glänzenden Oberfläche der pauschalisierten Freundlichkeiten brodelt jedoch der Konkurrenzkampf. Es geht um den besten Look (am besten in den gleichen kommerziellen Brands wie alle anderen gekleidet), das auffälligste, schönste, teuerste, oder was auch immer, Accessoire, Make Up, tralala bumm bumm...

Das kann eine geradezu unangenehme Erfahrung werden. Vor allem wenn man doch tatsächlich versucht mit anderen ins Gespräch zu kommen. Da sieht man mehr Rücken als von der letzten Kirchenbank aus. Abfällige Blicke, Unverständnis und Getuschel begleiten dich, anstelle von guter Laune, freundlichen Gesichtern und netten Interaktionen (das Personal bei solchen Events natürlich ausgenommen. Wir haben gar keine Vorstellung, wie hart das für die manchmal sein kann).

Natürlich gibt es auch da immer Ausnahmen. Über die freut man sich dann auch, als hätte man gerade einen Freund fürs Leben gefunden. Affig, oder? Doch wir haben ein Licht am Ende dieses Tunnels der werbestrategischen und selbstinszenierungsgeschwängerten Posingveranstaltungen gefunden: die Plus Size Fashion Days!

Im mittlerweile sechsten Jahr veranstaltet Tanja Marfo, der Kopf hinterm Blog KURVENRAUSCH, die europaweit größte Fashion Show für große Größen. Mit wachsendem Zulauf, sowohl was Besucher angeht, als auch die Teilnahme von Firmen und Sponsoren an diesem Event. 

Am ersten Abend gibt es eine Fashion Präsentation, die gut mehrere Stunden dauern kann. Am zweiten Tag ein Happening mit Modeherstellern und allerlei Firmen, die dem Curvy Segment verhaftet sind. Und was allein am ersten Abend abgeht lässt sich mit keinem anderen Modeevent, dass wir bisher besucht haben, vergleichen. Die Runway Show wird mit Tanzeinlagen, Sängerinnen und immer wieder aufbrandenem Applaus aus dem Publikum zelebriert. 

Der ernste Anspruch der Veranstaltung zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den ganzen Abend, gekleidet in eine mitreißende und emotionale Atmosphäre. Der zweite Tag dient dem Entdecken und probieren. Panel Talks (an denen wir dank der Einladung von Tanja sogar teilgenommen haben) beleuchten das Thema Vilefalt in Deutschland, dessen Präsenz in den Medien und in der Modeindustrie. Es geht um die mangelnde Vielfalt in der Werbung. Erfahrungen die Plus Size Blogger wie Tanja, oder Caterina von Megabambi.de, in der Szene gemacht haben. 

Wir haben nie zuvor auf einem Event dermaßen viele Kontakte geknüpft, Menschen getroffen und Meinungen ausgetauscht, wie auf diesem. Wenn die Fashion Weeks dieser Welt nur einen Hauch dieser Leichtigkeit und Leidenschaft für ein Thema übernehmen würden. Es wären gänzlich andere Erfahrungen möglich. Echter. Herzlicher und mit viel mehr Miteinander. Trotz Posen und Werbung dazwischen. 

So haben die Dicken, unserer Meinung nach, mal eben eine Revolution losgetreten. Auf Nachahmer wird gehofft und gewartet.  

[Werbung / unbezahlt] Unser 90er Revival geht in eine zweite Runde. Diesmal mit deutlich mehr Löchern und Beinfreiheit. Das Shirt ist vom Schweizer Designer Der_die_sein_er (ja, den Namen ruhig ein paar mal über die Zunge wandern lassen) und die perfekte Grundlage für einen unisex Look mit ordentlich Punk Attitüde. Der zerlöcherte Hoodie kommt von Lulalooplucy, die mit ihren Styles und Ideen die Partywelt vergangener Dekaden wieder auferstehen lässt. Als Kind der 90er ist es unmöglich die Griffel davon zu lassen. Der Look ist herrlich edgy und transportiert einen geradewegs in die bunten und abgedrehten Sphären des Technojahrzehnts. Big up y’all! It’s time to boom!

 E N G L I S H  V E R S I O N 

[Advertisement / unpaid] Our 90ies revival takes a second round. This time with a lot more holes and room for the legs. The shirt is from swiss designer Der_die_sein_er (the name is a row of german pronouns) and the perfect basis for a unisex look with just enough punk attitude. The wrecked hoodie comes from Lulalooplucy, who reincarnates the parties of a long ago decades with her styles and ideas. As a child of the 90ies it’s like impossible to keep your hands off of that. The look is exceptionally edgy and made to transport you right into the weird spheres of the techno-decade. Big up y’all! It’s time to boom!

 
Choker: Perlensäue, Shirt-Dress: der/die/sein/er, Jacket: Lu La Loop


[Werbung / unbezahlt] Dieser Look ist eine Reminiszenz an die glorreiche Zeit der 90er Jahre. Im Fluss der aufkeimenden Techno-Szene brachte die Mode der Feiernden die etablierten Schichten der Stangenmodeproduzenten ins Wanken. Wer nicht dabei war, versteht es wahrscheinlich nicht und guckt (nicht gänzlich zu unrecht) entrückt auf das, was damals getragen wurde. Der Hoodie und die Hose sind von Lulalooplucy und die perfekte Wahl für einen Style im Geiste vergangener Love Parades und Mayday-Events. Die Cap glänzt mit handgespraytem Graffiti und der Choker soll dem ganzen einen Hauch von Darkroom verleihen. Unwiderstehlich unpassend in dieser Kombination. So kann ich locker und ungezügelt in jedem Club das Dach zum Einsturz bringen.

 E N G L I S H  V E R S I O N 

[Advertisement / unpaid] This look is a reminiscence to the glory decade of the 90ies. Flowing with the upcoming techno scene fashion was brought to a whole new level, leaving all the standard perceptions of mainstream fashion ways behind. The ones that were not part of this move won’t most probably not understand what was going on in these days. Both the hoodie and the pants are from Lulalooplucy and were the perfect pick for this outfit styled in memoriam to the past days of Love Parades and Mayday events. The Cap has a hand-sprayed graffiti on top and the choker adds some darkroom attitude. An irresistibly inappropriate combination. Easy to burn down the roof in the clubs with this look on you.

Shirt & Pants: Lu la Loop, Cap: neisscaps, Shoes: Yan Raven, Choker: Perlensäue


[Werbung / unbezahlt] In das Kleid mit dem vielsagenden Aufdruck "More Stars, Less Wars" von THE TRIBE hab ich mich schockartig beim ersten Anblick verliebt. Da wusste ich noch gar nicht, was dieses Label noch so alles im Repertoire hat. Auch das Cape ist von THE TRIBE und hat dem Look völlig seine Form genommen. Gepaart mit den anrüchigen Accessoires der Berliner Perlensäue und einer nicen Cap von neisscaps, habe ich so meine Vision eines genderfluiden Streetstyles erschaffen, der mir immer wieder eine Schnatterpelle beschert. 

Was den Look so anziehend für mich macht? Er vereint viele Einflüsse urbaner Mode mit einem Anspruch an Vielfalt auf einem neuen Level.

 E N G L I S H  V E R S I O N 

[Advertisement / unpaid] It took me a second to fall in love with the "More Stars, Less Wars" slogan on that THE TRIBE dress. At this point I didn't even know what else this label had to offer. The cape is also from THE TRIBE and helped to destroy any shape or form of this look. Together with some indecent accessories from Berlin's Perlensäue I made my vision of a genderfluid street style become reality. This looks gives me goosebumps again and again. 

But why picking a look like this? Because it merges a lot of urban fashion influences with the demand of a new level of diversity.

 
Cap: Neisscaps, Choker & Wristband: Perlensäue, Dress & Cape: The Tribe Berlin
[Werbung / unbezahlt] Deutschland wandelt sich. In vielen Bereichen sind diese Veränderungen gut. Wer will sich schon über technische Bereicherungen, eine boomende Wirtschaft oder das gute Leben in diesem Land beschweren. 

Aber es gibt eine Veränderung die uns allen ein Grund zur Sorge sein sollte. Seit einigen Jahren schon erstarkt der rechte rand der Gesellschaft wieder. Die AfD zieht in immer mehr Landesparlamente ein, rechte Gewalttaten häuften sich und eine scheinbar immer größere Gruppe Deutscher probt den lauten, pöbelnden und menschenverachtenden Protest gegen Flüchtlinge, Juden und Ausländer im Allgemeinen. 

Die Schlagzeilen dieser ekelhaften Negativbeispiele erreicht die ganze Welt. Ein Fakt, der vielen von uns wahrscheinlich gar nicht so bewusst ist, aber einen erheblichen Einfluss darauf hat, wie man uns Deutsche in der Welt wahrnimmt und sieht.

Facebook und andere soziale Medien sind voll von dem Geplärre über den Untergang Deutschlands. Anonyme und hirnlose Protagonisten bejammern wehvoll das Ende vermeintlichen Heimatgutes, und sogar den Tod der deutschen Sprache findet man vielerorts vorhergesagt. 

Doch es gibt noch eine zweite Seite der Medaille. Auf dieser finden sich die Menschen wieder, die dem Hochgesang auf nationalistische Tendenzen mit Sturheit und Engagement begegnen. Die sich, wo immer sich die Gelegenheit bietet, im Geiste des friedlichen Miteindanders zusammenrotten und dagegen halten, wenn wieder mal ein rechter Mob durch die Straßen einer bunten Stadt zieht. 

Der Hashtag #WIRSINDMEHR formiert dieses Bündnis zu einer digitalen Keule, die geschwungen wird um die die Fremdenfeindlichkeit mit Parties, Demonstrationen, Konzerten und vielen anderen Veranstaltungen aus dem Alltag zu vertreiben. 

Selbst der Versuch der Anderen, diesen Hashtag für die eigenen Geschicke zu missbrauchen, hat dem Schwung keinen Abbruch getan. WIR sind verflucht nochmal lauter. Verdammt viel mehr als die. Jeder Post unter #WIRSINDMEHR unterstreicht das nur. Und jeder kann dabei mitmachen. Sag deine Meinung, beziehe einen Standpunkt und lass dich nicht zum Schweigen bringen. Gemeinsam übertönen wir sie alle und geben Deutschland das Gesicht, dass es verdient. 

[Werbung / unbezahlt] Was Schickes für den Alltag war die Mission. Nicht zu auffällig, aber auch nicht langweilig. Und mit dem gewissen Etwas. 

Das gewisse Etwas haben wir mit den Accessoires perfekt getroffen. Die Gürteltasche aus Kunststoff und der Gürtel aus Leder - mit praktischem Ring zum Einhaken von was auch immer - sind von den Perlensäuen aus Berlin. Die produzieren in Handarbeit schön fetisch-lastige Mode und Accessoires, die dem Look einen Hauch von Porno verleiht. Das macht diesen Casual-Porn-Look auf jeden Fall zum Hingucker. Wie kann man da noch widerstehen?

 E N G L I S H  V E R S I O N 

[Advertisement / unpaid] The mission was a casual look for everyday. Not too flashy and striking, but also not boring and with a special touch.

We created the special touch by using accessories. The plastic-made bright blue bum bag and a leather belt with a cheeky metal chain and ring - to attach whatever-the-fuck-you-want-to to it. The accessories are handmade by the Perlensäue in Berlin, who produce fetish-realted fashion items with just enough porn attitude to make this look an eye-catcher. How could resist this now?


Shirt: Supäirfresh, Bag & Belt: Perlensäue, Kimono & Pants: To Act, Cap: neisscaps
[Werbung / unbezahlt] Unsere Zeiten sind ja schon geprägt von Schnelllebigkeit, ständigem Informationsaustausch und nicht enden wollendem Input. Die blanke Reizüberflutung. Gerade was das heutige Flirtverhalten angeht, ist dort ein immer größer werdender Unterschied festzustellen, zwischen den vergangenen Jahrzehnten technologischer Analogie und der heutigen digitalen Allzeit-Präsenz.

Die praktisch permanente Verfügbarkeit von Dates, Flirts oder anzüglichem Austausch über digitale Plattformen manipuliert unser Kennenlernverhalten nachhaltig. Und auch wenn sie es vielfach vereinfacht jemanden kennenzulernen, birgt sie dennoch Gefahren für unser Urverständnis von menschlichen Beziehungen.

Auch in unserem Freundeskreis hat diese Veränderung längst Einzug gehalten. Dort wird geswipt, verglichen und beurteilt, als behandle man die Obstauslage eines Supermarkts. Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Rechts, links, links und rechts.

Das Problem an dieser zweidimensionalen Anbahnungsstrategie ist, dass eben die entscheidende dritte Dimension fehlt. In diesem Fall klar als menschlicher Faktor zu identifizieren. Wer selbst schon einmal bei Tinder und Co. online war, kennt das ja zu Genüge: Bilder, die oft fern jeglicher Realität Menschen abbilden. Selbstbeschreibungen, die das komplette Spektrum menschlichen Vermögens und Unvermögens widerspiegeln.

Hat man zwischen dieser Ansammlung aus bildlichen und geschriebenen Eckdaten dann doch mal eine Wahl getroffen und vielleicht sogar das Glück gehabt, etwas einigermaßen ernsthaftes daraus entwickeln zu können, sollte man meinen, der moderne Mensch ließe die Finger vom Swipen.

Es ist nur natürlich, dass der Mensch nicht perfekt ist. Wer jedoch sein Gehirn schon darauf trainiert hat, alles was einem Makel gleichkommen könnte, auf einer inneren Pro & Kontra-Liste zu dokumentieren, der wird schneller wieder der Einsamkeit und dem Wischen nach Liebe anheim fallen, als einem lieb sein kann.

Wo hätte Liebe wachsen können, erhält die Verliebtheit schon die rote Karte, wenn die ersten kleinen Fouls gespielt werden. Man legt eine Messlatte an, die ideell einen absoluten Gewinn verspricht, aber eher in Filmen passiert, als im realen Leben. Anstatt sich auf ein wirkliches Abenteuer einzulassen, dem Zusammenwachsen und dem sich verlieben eine Chance zu geben, verurteilt man sich selbst wieder zum einsamen Wischen.