DIE TYPOLOGIEN DER BERLINER MODEWOCHE

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[Werbung / unbezahlt] Nachdem wir dir im vorigen Post unsere Favoriten der diesjährigen Fashion Week in Berlin vorgestellt haben, kommen wir nun zu einem neuen Thema. Wir besuchen jetzt schon eine ganze Weile die Modewochen in der Hauptstadt und haben in der Zeit eine Menge Leute getroffen, kennengelernt und wieder vergessen.


Eine Fashion Week hat jedes Mal viel Neues zu bieten. Manches aber, bleibt auch immer einfach gleich. Das betrifft im Besonderen die Besucher der Shows, Events und Partys. Als Streiter von Vielfalt liegt es uns natürlich fern, hier irgendjemanden zu kategorisieren oder in eine Schublade zu stecken. Dennoch möchten wir unser Erleben teilen und haben uns über die verschiedenen Typen ausgetauscht, die man im Zirkus der Mode so antrifft. Das ist das Ergebnis:


Bussi-Bussi-Typen:
Ganz typisch für die Berliner Fashion Week sind die Küsschen-Verteiler. Sie kennen dich kaum, wollen aber, dass alle anderen denken, sie kennen dich. Größtmögliche Aufmerksamkeit erhaschen für 5-minütige Bekanntheit. Sie finden jedes Outfit an dir toll und interessieren sich nur für deine To-Do's der ganzen Woche, um eventuell noch neue Kontaktdaten für weitere Events zu bekommen. Sie wechseln maximal drei Sätze mit einem. Das Ganze wird dann bei jeder Gelegenheit wiederholt.

Stock-im-Arsch-Typen:
Online zu offen, offline zu nüchtern. Oder so. Die Stock-im-Arsch- Typen sind schnell zu identifizieren. Sie kennen dich zwar von sämtlichen online Portalen, im realen Leben aber kriegen sie kein Wort raus. Sie wirken auf andere sehr schnell arrogant, was daran liegen könnte, dass sie ihr Selbstbewusstsein im Keller vergessen haben. Hier auf gar keinen Fall ansprechen: Das endet schnell in einem Desaster und einem Gespräch, was für keinen der beiden einen Wert hat. 

Goodie-Bag-Jäger:
Auf der Berliner Fashion Week ist keiner so bekannt wie die Goodie- Bag-Jäger (selbst die Designer nicht). Den Goodie-Bag-Jägern geht es weder um die Show, die Mode, noch um die Events. Ziel ist es am Ende der Woche so viele Goodie Bags wie möglich abgestaubt zu haben. Hier schrecken sie vor nichts zurück und bedienen sich auch mal schnell an Tüten der Nachbarn oder der Vordermänner. Da wird gnadenlos alles eingesammelt, was nicht festgenagelt ist.

Die Front-Row-Geier:
Ähnlich wie die Goodie-Bag-Jäger, allerdings ist es ihr Ziel bei besonders vielen Shows in der ersten Reihe zu sitzen. Über ihre Bekanntheit bzw. Nicht-Bekanntheit sind sie sich nicht im Klaren. Sie fangen bereits am Counter an zu diskutieren und bestehen auf einen Platz in der ersten Reihe. Schlägt dies fehlt, passiert das gleiche Spielchen nochmal im Saal. Klappt dies ebenfalls nicht, warten sie, bis alle Gäste Platz genommen haben, denn es könnte ja sein, dass in der ersten Reihe noch was frei ist. Ist etwas frei, haben sie ihr Ziel erreicht. Klappt das auch nicht, quetschen sie sich rotzfrech einfach zwischen die Plätze der anderen. 

Ich-finde-alles-scheiße-Typen:
Shows, Events und alle anderen Aktivitäten auf der Berliner Fashion Week sind scheiße, aber nur, wenn es da nichts umsonst gibt. Materieller Wert an vorderster Front. Shows, wo es keine Goodie Bags gibt sind besonders scheiße für sie und eine Zeitverschwendung (auch wenn sie in der ersten Reihe gesessen haben). Events, wo die Goodie Bags nicht dem entsprechen, was man erwartet hat: Auch scheiße! Die Drinks sind zu stark, schmecken nicht, sind zu leer oder zu voll. Das Essen schmeckt ja irgendwie auch nicht so gut und die Location, naja, da haben sie sich auch was Schöneres vorgestellt. Eigentlich ist alles scheiße. Diese Typen wünschen sich am liebsten die neueste Gucci Bag in ihren Tüten oder im Saal. Leute, seid froh, dass ihr überhaupt eingeladen wurdet. Es gibt genug Leute, die diesen Zirkus nie erleben dürfen und wenn wir mal ganz ehrlich sind, kriegt man IMMER soviel umsonst und in den Arsch geblasen, dass es dem Otto-Normalverbraucher vor Scham den Blick verschlagen würde. 

Die-Party-Typen:
Finden Events und Shows auf der Berliner Fashion Week eigentlich ganz cool. Interessieren sich aber mehr für die Parties am Abend. Eine Woche lang verkatert durch die Gegend laufen? Kein Problem. Solange der Abend gestimmt hat, ist alles toll. Man braucht halt eine gute Kondition und viel Atemfrisch und Kopfschmerztabletten, um das heil zu überstehen. 

Ich-habe-mehr-Follower-als-du-Typen:
Vielen auch als die Small-Talk-Künstler der Berliner Modewoche bekannt. Besonders wichtig bei diesen Gesprächen ist die Follower-Anzahl auf deinen sozialen Kanälen. Doof wird es nur, wenn man mehr Follower hat. Dann gerne noch ein Foto oder eine Story zusammen in der Hoffnung, dass vielleicht jemand von deinen Followern aufspringt. Sie messen ihre Persönlichkeit und den Erfolg ihres Daseins an ihrer Follower-Anzahl. Dass da (erschreckend oft und gerne) mit Fake-Followern geschummelt wird, schweigt man natürlich lieber tot. Sowas macht man ja auch nicht in der Branche, zwinker zwinker. Hier können wir jedem nur die Seite www.socialblade.com empfehlen. Dort kann man die Accounts nämlich durchleuchten. Und es  ist pipi-einfach die Faker zu erkennen. Das scheinen viele gar nicht zu wissen. Oder sie glauben einfach, dass interessiere eh niemanden. Wir gucken da echt gerne rein und sind immer wieder erstaunt darüber, wie viele große Namen tatsächlich künstlich nachhelfen. Shame on you!

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