DER DIGITALE LIEBHABER - WARUM FRÜHER VIELLEICHT DOCH ETWAS BESSER WAR

By 20:06 , , , , ,

[Werbung / unbezahlt] Unsere Zeiten sind ja schon geprägt von Schnelllebigkeit, ständigem Informationsaustausch und nicht enden wollendem Input. Die blanke Reizüberflutung. Gerade was das heutige Flirtverhalten angeht, ist dort ein immer größer werdender Unterschied festzustellen, zwischen den vergangenen Jahrzehnten technologischer Analogie und der heutigen digitalen Allzeit-Präsenz.

Die praktisch permanente Verfügbarkeit von Dates, Flirts oder anzüglichem Austausch über digitale Plattformen manipuliert unser Kennenlernverhalten nachhaltig. Und auch wenn sie es vielfach vereinfacht jemanden kennenzulernen, birgt sie dennoch Gefahren für unser Urverständnis von menschlichen Beziehungen.

Auch in unserem Freundeskreis hat diese Veränderung längst Einzug gehalten. Dort wird geswipt, verglichen und beurteilt, als behandle man die Obstauslage eines Supermarkts. Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Rechts, links, links und rechts.

Das Problem an dieser zweidimensionalen Anbahnungsstrategie ist, dass eben die entscheidende dritte Dimension fehlt. In diesem Fall klar als menschlicher Faktor zu identifizieren. Wer selbst schon einmal bei Tinder und Co. online war, kennt das ja zu Genüge: Bilder, die oft fern jeglicher Realität Menschen abbilden. Selbstbeschreibungen, die das komplette Spektrum menschlichen Vermögens und Unvermögens widerspiegeln.

Hat man zwischen dieser Ansammlung aus bildlichen und geschriebenen Eckdaten dann doch mal eine Wahl getroffen und vielleicht sogar das Glück gehabt, etwas einigermaßen ernsthaftes daraus entwickeln zu können, sollte man meinen, der moderne Mensch ließe die Finger vom Swipen.

Es ist nur natürlich, dass der Mensch nicht perfekt ist. Wer jedoch sein Gehirn schon darauf trainiert hat, alles was einem Makel gleichkommen könnte, auf einer inneren Pro & Kontra-Liste zu dokumentieren, der wird schneller wieder der Einsamkeit und dem Wischen nach Liebe anheim fallen, als einem lieb sein kann.

Wo hätte Liebe wachsen können, erhält die Verliebtheit schon die rote Karte, wenn die ersten kleinen Fouls gespielt werden. Man legt eine Messlatte an, die ideell einen absoluten Gewinn verspricht, aber eher in Filmen passiert, als im realen Leben. Anstatt sich auf ein wirkliches Abenteuer einzulassen, dem Zusammenwachsen und dem sich verlieben eine Chance zu geben, verurteilt man sich selbst wieder zum einsamen Wischen.

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