COMMERCIAL B*TCHES

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Wenn man das Bloggen und Posten auf Instagram im professionellen Rahmen beginnt, gibt es klarerweise Regeln an die man sich halten muss. 


So ein Blog dreht sich, neben all den persönlichen Noten, auch immer um Inhalte, die uns Bloggern monetär vergütet werden sollen. Was, oder worüber man da postet, ist dabei erstmal zweitrangig. Es ist aber absolut unabdingbar sich an die bestehenden gesetzlichen Regelungen zur Kennzeichnung von derartigen Inhalten zu halten. 

Und da kommen wir gerade an einen Punkt, an dem wir uns als Online-Content-Creator fragen müssen, ob das Ganze markieren noch sinnvoll, oder schon völlig am Thema vorbei geht. 

DENN: in letzter Zeit hört man von immer mehr Kollegen aus der Branche von immer häufiger auftauchenden Abmahnungsverfahren. Eins der prominentesten Beispiele ist unsere liebe Freundin Vreni Frost

Wir haben Vreni als absoluten Vollprofi im bloggen und instagrammen kennengelernt. Wenn man sich ihren Feed oder ihren Blog angeschaut hat, war stets klar und erkennbar markiert, bei welchen Beiträgen es sich um bezahlte Inhalte handelt. Und dennoch, flatterte Vreni vor einiger Zeit eine Abmahnung des Verbandes sozialer Wettbewerb (VSW) ins Haus. 

In dieser forderte man sie zur Zahlung von rund  180€ und zum Unterzeichnen einer Unterlassungserklärung auf. Klingt im ersten Moment gar nicht so dramatisch. Auch die Höhe der Zahlung ist ja relativ überschaubar. 

Es gibt da aber ein paar gewaltige Ungereimtheiten, die diesen ganzen Vorgang an sich ad absurdum führen:

1. Die vom VSW vorgebrachten Beiträge auf Vrenis Instagram, die Grundlage für die Abmahnung waren, enthielten zwar Tags, mit denen Marken verlinkt wurden, zeigten aber Produkte, die Vreni käuflich erworben hat. Und gemäß Gesetz müssen diese Inhalte nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Schließlich darf man sich über Selbsterworbenes äußern wie einem beliebt. 

2. Unterzeichnet man die Unterlassungserklärung, in der man sich verpflichtet alles Entsprechende als Werbung zu markieren, ist der Fall noch längst nicht vom Tisch. Im Gegenteil, bedeutet dies nämlich, dass du alles was du jemals gepostet hast auch rückwirkend markieren musst! 

Und das kann dauern. Alleine Vreni hat annähernd 1100 Bilder auf ihrem Instagram gepostet. 

Glücklicherweise ist Vreni ein Mensch, der sich Ungerechtigkeiten nicht gefallen lässt. Sie hat den Kampf gegen diese Vorwürfe öffentlich aufgenommen und stellt sich dem VSW und seinen fragwürdigen Praktiken vor Gericht in den Weg. Zu viele andere Betroffene sind schon eingeknickt und habe teilweise sehr, sehr viel Geld verloren. 

Nun ist es ein leichtes sich auszurechnen, wie es um die eigene Existenz als selbständiger Blogger steht, wenn man sein ganzes Geld an eine Truppe Leute verliert, die nichts anderes zu tun haben, als einen nach dem anderen abzumahnen. Das bedeutet im schlimmsten Fall das Ende der eigenen Karriere. 

Damit es dazu nicht kommt, und damit es endlich komplett klar definierte Regelungen für das Markieren von Inhalten in Internet gibt, steht Vreni nun vor Gericht. Für sie selbst und ebenso für uns andere, die genauso davon betroffen sein können, wie sie es jetzt ist und viele andere schon waren. 

Derzeit sieht es aber für Vreni nicht so besonders gut aus. Eine erste Runde fiel leider zu ihren Ungunsten aus. Das Gericht hat ihr eine einstweilige Verfügung aufgedrückt, die sie verpflichtet wirklich JEDEN Post in dem eine Marke getaggt wird, als Werbung zu markieren.

Uns fehlt jegliches Verständnis für diese Entscheidung. Nicht nur, weil sie am bestehenden gesetzlichen Rahmen vorbei agiert, sondern vor allem weil sie genau das torpediert, was mithilfe der Gesetze zum Thema Werbung im Internet erreicht werden sollte: Transparenz.

Die Tragweite dieser Entscheidung kann man sich auf unseren Instagram Kanälen oder auch dem von Vreni anschauen. Jeder, ausnahmslos jeder Post ist einleitend mit dem Wort oder Hashtag WERBUNG gekennzeichnet. Damit werden wir alle zu COMMERCIAL B*TCHES abgestempelt, weil ohne diesen Hinweis nichts mehr geht.

Das das entgegen den Absichten des Gerichts zu viel weniger Transparenz führt, wie zu mehr, bleibt hierbei unbeachtet. Jetzt ist es buchstäblich egal was du postest. Es ist ab dem Moment Werbung, wo du irgendeine Firma oder Marke taggst, erwähnst oder verlinkst. 

Das wirft sogar die grundlegende Idee von Instagram über den Haufen: Netzwerken, markieren, verlinken und Inhalte miteinander teilen. Dazu kommen Inhalte redaktioneller Art, wie dieser hier. Wo es kein Stück um irgendwelche Produkte oder Marken geht. Das grenzt schon echt hart ans Lächerliche!

Wir können jedenfalls sagen, dass unsere Lust auf die Plattform Instagram so langsam aber sicher vergeht. Niemandem ist damit geholfen, dass fortan die totale Intransparenz dort den Ton vorgibt. 

Wir können Vreni nur dafür danken, dass sie den Kampf gegen den Goliath in unser aller Namen aufnimmt! Und damit sie das auch weiterhin ohne Sorgen um ihr Überleben tun kann, teilen wir hier gleich mal den Link zu einem Crowdfunding, dass Vreni dabei helfen soll die horrenden Anwalts- und Gerichtskosten zu stemmen. Unnötig zu erwähnen, dass Vreni sich über jede Unterstützung freuen wird. Egal wie groß oder klein sie ausfällt.  

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